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Eine kleine Geschichte der Sortierung

Visuelle oder optische Sortierung ist wohl das erste Sortierverfahren, das die Menschen angewendet haben.

Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen – so lernt man schon als Kind bei Aschenputtel die Vorzüge einer guten Sortierung kennen: man ist besser als die Konkurrenz und kommt effektiver zum Ziel.Wer guten von schlechtem Feuerstein – das erste 'industriell' eingesetzte Mineral – oder später Kupferminerale von taubem Gestein unterscheiden konnte, ermöglichte eine effektive, Energie sparende Produktion von Werkzeugen bzw. reinen Metallen. Die Zusammensetzung der Schmelzen wurde komplexer – zum Kupfer kam das Zinn für die Bronze und je besser man diese Schmelze vorbereiten konnte,
je reiner die Minerale waren,
desto besser gelang sie.

Als mit dem Übergang zur Eisenzeit neue Minerale eingesetzt wurden, bekam die Sortierung eine noch dringendere Bedeutung, da Eisenminerale häufig dem umgebenden tauben Gestein sehr ähnlich sind. Die Qualität des 'optischen Sortierers', der die Minerale auseinander klaubte, war gefragt.

Wodurch können Wertminerale vom tauben Gestein unterschieden werden?  Farbe, Glanz, Strich, Reflektion, Brucheigenschaften, um nur einige zu nennen. Diese Eigenschaften können auch maschinelle Sortierer unterscheiden. Hinzu kommen noch die optischen Eigenschaften, die nur im UV- oder IR-Licht zu sehen sind.

Hier folgt ein kleiner Einschub mit Definitionen der Verfahrenstechnik. Um mineralische Stoffe, ohne sie zu lösen, zu trennen, können zwei Verfahren eingesetzt werden: die Klassierung und die Sortierung. Es besteht die Einigung, dass eine Klassierung nach geometrischen Merkmalen wie Länge, Fläche oder Volumen erfolgt. Eine Sortierung wird vorgenommen nach physikalischen Eigenschaften wie Dichte, magnetischem oder elektrischem Verhalten, nach physikalisch-chemischen Eigenschaften wie dem Zeta-Potential oder, man nenne sie hier mineralogische Eigenschaften, wie Farbe, Glanz, UV- oder IR-Reflektion u.v.a.m.

Schwierig werden die oben genannten Definitionen dadurch, dass die Eigenschaften sich zum Teil in ihrer Anwendung überschneiden. Das beste Beispiel dafür sind die Geometrie oder Teilchengröße und die Dichte. Das soll an einem anderen sehr altem Verfahren erläutert werden: der Sichtung. Gesichtet wird seit alters her das Getreide durch die Trennung von Spreu und Getreidekorn, indem man bei Wind das gedroschene Getreide in die Luft wirft. Der Wind trägt die leichte, großflächige Spreu davon, während das kleinere, schwerere Getreidekorn zu Boden fällt. Haben wir jetzt sortiert – schwer und leicht getrennt oder klassiert, da wir groß und klein getrennt haben? Hat die Dichte eine Rolle gespielt oder nur die Teilchenform?

Dem Bauern oder der Bäuerin, die das erfunden haben, wird es egal gewesen sein. Für sie zählte das Ergebnis – möglichst Spreu freie Körner Getreide zu erhalten, ohne dass zu viel Getreide verloren ging. Da die Eigenschaften der beiden Produkte sehr unterschiedlich sind, neigt man dazu, das Ergebnis als Sortiererfolg zu bezeichnen, obwohl das, physikalisch gesehen, nicht korrekt ist.

Das hier gezeigte Problem kann bei allen Trennungen auftreten, bei denen zwei Stoffe mit unterschiedlicher Dichte getrennt werden sollen. Darauf soll später noch einmal eingegangen werden. Betrachtet man zunächst die optische Sortierung, spielen dabei Dichteunterschiede nur eine untergeordnete Rolle. In einer optischen Sortierung kann alles, was durch entsprechende Detektoren erkennbar ist, als Kriterium herangezogen werden. Das können gemäß der obigen Definition sowohl geometrische, mineralogische wie auch physikalische Eigenschaften sein. Heute gibt es noch nicht für alle Eigenschaften genügend fein auflösende Detektoren, um sämtliche Trennmerkmale verwenden zu können.

Doch die Entwicklung geht weiter und wir werden dabei sein!

Wir laden Sie ein mit uns die Probleme und deren Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren. Schauen Sie wieder einmal vorbei – die Überlegungen zur Sortierung werden fortgesetzt.

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